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Der erste italiensche Ortsvorsteher wurde gestern gewählt!!!
Die Wählerinnen und Wähler haben entschieden: Antonio Priolo soll es sein. Mit sensationellen 58,9% entschied der Hemshöfer souverän das Rennen.
Nach der ersten Schnellmeldung, die eilig über die Leinwand zog, lag die Gegenkandidatin der CDU leicht vor Priolo. Doch bereits in der zweiten Meldung überholte der Mann aus dem Hemshof und sorgte damit für lange Gesichter bei der anderen Seite. Diese Gesichter sollten an diesem Abend auch nicht mehr kürzer werden, denn es zeichnete sich von Meldung zu Meldung ab, dass die Kandidatin der CDU wohl haushoch unterliegen würde. Dieser Eindruck bestätigte sich um kurz vor 20:00 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses, als der Bürgermeister Wilhelm Zeiser den anwesenden Parteimitgliedern und Pressevertretern das amtliche Ergebnis bekanntgab:
Antonio Priolo ist mit 58,9% der Stimmen neuer Ortsvorsteher der Nördlichen Innenstadt.
"Ich kann es gar nicht fassen, es ist vorbei!" hörte man Antonio auf seinem Stuhl direkt neben seiner Frau in der letzten Reihe des Saales vernehmen. Nach den obligatorischen Glückwünschen sah man ihn immer wieder auf die Leinwand starren.
Beim gemütlichen Umtrunk danach verriet er seinen Wahlhelfern, warum er so erfolgreich sein konnte: "Ohne meine Familie, die mich pausenlos unterstützt und mir Mut zugesprochen hat, wenn ich es am nötigsten brauchte, hätte ich es niemals geschafft!"
Es schien schlagartig die gesamte Anspannung von ihm abzufallen. Die Anspannung, die sich die letzten Wochen und Monaten in allen Knochen und Gliedern manifestierte. "Es war stellenweise wirklich sehr hart." ,hörte man ihn verlauten.
Eine besonders schöne Begegnung hatte Antonio vor einigen Tagen: Ein junges Mädchen, dessen Mutter im Konsulatsbüro bei Antonio vorsprach, überreichte ihm einen kleinen gelben Zettel. "Als ich die Worte las, war ich mit einem Mal völlig gerührt." Hastig zieht Antonio daraufhin ein gelbes Post- It aus der Jackentasche: "Das musste einfach als Glücksbringer mit!", meint er stolz, den Zettel schwingend. Er las: Für Antonio, meinen Hemshof- Obama!
Und tatsächlich gibt es eine große Gemeinsamkeit der beiden Männer: Beide sind sie der Beweis dafür, dass es nicht auf die Abstammung ankommt, wenn es darum geht etwas zu bewegen.
Beide stehen für ein neunes Kapitel der Geschichte - Barrack Obama freilich der Weltgeschichte; Antonio Priolo so doch zumindest der Stadtgeschichte.
Und auf beide schauen jetzt viele Menschen, die wie das kleine Mädchen, ihre Hoffnungen in sie setzen.
In diesem Sinne: YES, WE CAN!
von Sven Schlicksupp