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Hallo Leute,
im Herbst 2008 haben drei regionale Organisationseinheiten der SPD (Stadtverbände Frankenthal und Ludwigshafen, sowie der Unterbezirk Ludwigshafen) beschlossen, einen Arbeitskreis für Menschen mit Migrationshintergrund oder mit Interessen an Migrationsarbeit zu gründen. Inländer halt.
Ich hatte mich bereit erklärt der Gruppe - in der Anfangsphase - als Mentor zur Seite zu stehen.
Wir treffen uns seit November 2008 einmal im Monat und ich muss sagen, dass die Entwicklung meine Erwartungen übertroffen hat.
Es hat sich eine Gruppe von jungen Menschen gefunden, die überwiegend der dritten Generation entstammt, qualifiziert ausgebildet ist oder studiert und keinerlei Sprachprobleme hat.
Dabei mussten die Älteren unter uns umlernen.
War es vor 30 Jahren noch ganz selbstverständlich, dass ein sozialdemokratischer Türke nicht besonders gläubig war, oder das jedenfalls nicht betonte, hat sich jetzt eine neue Generation herausgebildet, die den Religion und politisches Engagement in der SPD völlig entspannt unter einen Hut bringt.
Da habe ich mir erst mal verblüfft die Augen gerieben.
Neu waren für auch Äußerungen, wie "ich bin Kurde, ich Türke oder ich bin Alevit".
Da sind wohl gesellschaftliche Konflikte aus der heutigen Türkei bei uns angekommen. Um so toller, dass das sich alles wieder harmonisch unter dem Dach der SPD zusammenfindet.
Natürlich arbeiten auch Menschen aus anderen Herkunftsländern bei uns mit. Aus Italien, Griechenland, Kasastan und Deutschland. Inländer halt.
Nur etwa die Hälfte ist SPD-Mitglied. Kein Problem.
Bis Frühjahr 2008 stand das Kennenlernen und die Vernetzung in die SPD Strukturen im Vordergrund. Etwa eine Internetbefragung der lokalen SPD Kandidaten für die Kommunalwahlen zu Migrationsthemen. Oder ein Bericht des Ludwigshafener Migartionsdezernenten über in städtische und nichtstaatliche Initativen in seinem Bereich. Die Frage der Teilnahme an den Wahlen zum Ausländerbeirat im Herbst 2009 (Partizipation oder Spielwiese?)
Kontakte etwa zu italienischen Sozialisten (Demokratische Partei) wurden hergestellt, zu einem kurdischen Vereinen und einem türkischen Moscheeverein.
Diese home page von einer "multinationalen" 3er Gruppe erstellt.
Bei den Kommunal- und Europawahlen werden wir uns einbringen und den Politikern immer wieder spiegeln, dass in der hiesigen Region Ludwigshafen/Frankenthal mindestens 12.000 Menschen - und Wähler - mit Migrationshintergrund leben, die es mit ihren speziellen Problem ernst zu nehmen gilt.
Die Gruppe - etwa 15 Leute - bildet ein tolles Team. Jung, kreativ, witzig und motiviert. Es macht wirklich Spaß, sich dort einzubringen.
Wenn sich das Wahlgetöse verzogen hat, werden wir uns nach meinen Vorstellungen mehr dem Kennenlernen der Kulturen öffnen.
Etwa ein Vergleich der Entwicklung der Sozialdemokratie/des Sozialismus in Deutschland und Italien. Ein Besuch auf dem Hambacher Schloss, im Museum der Geschichte der BRD in Bonn und im Straßburger Europaparlament werde ich vorschlagen. Es gibt viel zu tun, packen wirs an.
Hans Otto Morgenthaler